Freie Medien für Sicherheit, Stabilität und Wachstum

Journalismus stärkt Gesellschaften: Er unterstützt die Wirtschaftsentwicklung, die nationale Sicherheit und Resilienz. Zu diesem Schluss kommt eine neue Metastudie, die auch Daten aus dem Globalen Süden berücksichtigt.

Kenia Mombasa 2017 | Hafen von Mombasa - Ostafrikas größter Hafen
Ein Seehafen, hier in Mombasa – ein Symbol für wirtschaftliches Potenzial. Studien zeigen: Medienfreiheit ist ein entscheidender Faktor für Wirtschaftswachstum.Bild: Sun Ruibo/picture alliance

Die Fakten sprechen für sich – und für den Journalismus. Ein neuer Forschungsbericht mit dem Titel „The Value of Journalism“ zeigt, dass Gesellschaften in vielerlei Hinsicht von unabhängigen Medien profitieren. Er wurde von der DW Akademie, dem International Fund for Public Interest Media (IFPIM) und der UNESCO als Mitglieder der „Media Viability Manifesto Initiative“ in Auftrag gegeben.  

Medienfreiheit fördert Wirtschaftswachstum. Eine Studie in 97 Ländern hat gezeigt, dass ein Rückgang der Pressefreiheit mit einem ein bis zwei Prozent verringerten Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts einhergeht.

Investigativer Journalismus zahlt sich aus. Jeder Dollar, der für Journalismus ausgegeben wird, kann der Öffentlichkeit Einsparungen von mehr als 100 Dollar bringen – durch zurückgeforderte Mittel, verbesserte öffentliche Leistungen und weniger Korruption. 

Während Regierungen regelmäßig Milliarden in Militär, Cybersicherheit und Grenzkontrollen investieren, wird die Informationsunsicherheit zunehmend zu einer der größten Bedrohungen für demokratische Stabilität. Desinformation kostet Gesellschaften weltweit schätzungsweise 350 bis 500 Milliarden Dollar pro Jahr. Unabhängiger Journalismus ist eine der wirksamsten und am besten belegten Abwehrmaßnahmen dagegen. 

Medienfreiheit senkt auch das Risiko für Konflikte, Unterdrückung und Menschenrechtsverletzungen deutlich. Eine Studie in 152 Ländern stellte einen Zusammenhang zwischen einem besseren Zugang zu freien Medien und einem Rückgang von Menschenrechtsverletzungen fest. 

Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass unabhängige Berichterstattung den Umfang und die Geschwindigkeit internationaler humanitärer Hilfsmaßnahmen deutlich erhöht und Leben rettet. Eine Untersuchung von mehr als 2300 Katastrophen ergab, dass ein einziger Artikel in der New York Times zusätzliche Hilfe in Höhe von einer halben Million US-Dollar generierte.

Neue Metastudie zum gesellschaftlichen Wert freier Medien

Die neue Metastudie, verfasst von Mel Bunce und Beth Pearson von der City St George’s, University of London, erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem die Lage unabhängiger Medien prekärer ist als je zuvor:  

Die kürzlich veröffentlichte Rangliste der Pressefreiheit 2026 von „Reporter ohne Grenzen“ (RSF) zeigt, dass nur noch ein Prozent der Weltbevölkerung in Ländern lebt, in denen die Pressefreiheit mit „gut“ bewertet wird. Zum ersten Mal in der 25-jährigen Geschichte des Index fällt mehr als die Hälfte aller Länder in die beiden schlechtesten Kategorien, „schwierig“ und „sehr ernst“. 

Gleichzeitig sinken die Mittel für freie Medien, und drastische Kürzungen in der internationalen Medienentwicklung führen dazu, dass weltweit immer weniger Menschen Zugang zu zuverlässiger, unabhängiger Berichterstattung haben.  

Der neue Übersichtsstudie verdeutlicht die negativen Auswirkungen dieser Kürzungen und Angriffe. Sie wurde am 23. Juni 2026 anlässlich des Global Media Forums in Bonn vorgestellt.  

Laden Sie die Studie (auf Englisch) am Ende der Seite herunter!

Den nächsten Abschnitt Downloads überspringen

Downloads